GAMES, INTERNET & MULTIMEDIA

ANREGENDES & KRITISCHES VON JÜRGEN KRODER

SO VERÖFFENTLICHT MAN SEIN EIGENES EBOOK – TEIL 1


EIN SELBSTVERSUCH: WIE WIRD MAN ZUM EBOOK-AUTOR? UND WIE FUNKTIONIERT DAS SELFPUBLISHING?

Dieser Artikel beschreibt, wie ich es als absoluter Buchbranchen-Neuling geschafft habe, innerhalb von nur drei Wochen mein erstes, eigenes eBook namens iPHONE FOTOGRAFIE FÜR EINSTEIGER auf den Markt zu bringen. Hierzu möchte ich die Hürden und Erfolgserlebnisse schildern sowie ein paar Tipps und Tricks für andere eBook-Autoren geben.

Vorgeschichte: Wie ich zur Idee kam, ein eBook herauszubringen

Mein Einstiegs in eBook-Business: iPHONE FOTOGRAFIE FÜR EINSTEIGER

Mein Einstieg ins eBook-Business: iPHONE FOTOGRAFIE FÜR EINSTEIGER

Ehrlich gesagt hatte ich bis vor ein paar Wochen keine Ahnung vom Buch- und eBook-Business. Ich gehöre zu den Menschen, die nur ganz wenige Bücher pro Jahr lesen. Ich konsumiere dafür umso mehr Zeitschriften und pro Tag dutzende Webseiten. Deswegen war mir bis vor kurzem die Buch-Branche komplett fremd. Bis eines Tages ein Online-Verlag bei mir anklopfte…

Dieser Online-Verlag (den ich hier nicht nennen möchte) wurde durch meinen Foto-Blog AUGENKLICK auf mich aufmerksam und fragte an, ob ich für sie ein eBook zum Thema Fotografie schreiben wolle. Ich fühlte mich geschmeichelt. Und die Idee gefiel mir. So gut, dass ich damit begann, das erste Konzept zu schreiben, während ich mit dem Verlag über die Konditionen verhandelte. Besser gesagt: Ich versuchte zu verhandeln.

Denn das erste Angebot – 30% der Erlöse sollten an mich gehen – klang selbst für mich als Buchbranchen-Neuling zu niedrig. Aus “meiner” Branche, der Computerspiele-Industrie, kannte ich bessere Margen. Also fragte ich nicht nur nach besseren Konditionen, sondern erkundigte mich auch nach der Rechtelage, nach Upfront-Zahlungen und einer Minumum-Garantie.

Während ich auf die Antworten wartete, wurde aus dem Konzept ein richtiges Projekt. Ich hatte schnell die passende Zielgruppe (Anfänger und Hobby-Fotografen) und den passenden Namen (iPHONE FOTOGRAFIE FÜR EINSTEIGER) gefunden. So begann ich, neben meinem Job die ersten Seiten des eBooks zu schreiben. Die Tage gingen ins Land, aber ich erhielt keine Antwort vom Verlag – auch auf meine Nachfragen nicht.

Nach über einer Wochen hatte ich viele Seiten geschrieben, mehr zum Thema recherchiert und mit dem Layout begonnen. Und in mir reifte der Beschluss, als Trotzreaktion auf die nicht beantworteten Fragen mein eBook selbst heraus zu bringen. In Zeiten des Internets und der Digitalen Distribution ist das doch kein Problem, oder?

Wie bringt man ein eBook heraus?

Also fragte ich bei Freunden und Bekannten nach, die sich schon mal mit dem Thema eBooks beschäftigt haben. Ich bekam Tipps, Hinweise, Namen und Webseiten genannt. Ich ging auf Recherche-Reise in die Untiefen des Internets. Denn wie in jeder anderen Branchen gibt es auch im Buch- und eBook-Business eine unüberschaubare Anzahl an Akteuren: Verlage, eBook-Stores, Aggregatoren, Dienstleister – und schwarze Schafe.

Doch wer gehört zu den Guten, wer zu den Bösen? Was brauche ich, was nicht? Diese Spreu vom Weizen zu trennen war meine größte Hürde. Denn das Schreiben des eBooks ging mir so flott von der Hand – obwohl ich es nur nebenher betrieb -, dass nach zwei Wochen seit der Kontaktaufnahme des Verlages die erste Version mit über vierzig Seiten fertig war. Diese gab ich Freunden zum Korrekturlesen und sammelte wichtiges Feedback von ihnen ein. Der Tenor war von allen der gleiche: Ich war auf dem richtigen Weg, weitermachen!

Fragmentierte eBook-Branche

Während meiner Recherche, wie und wo man eBooks veröffentlichen kann, erkannte ich, dass die Branche extrem zersplittert ist. Es gibt unzählige Anbieter (Amazon, Apple, Thalia, Weltbild, Kobo, Beam Books etc.), die sich spinnefeind sind. Und die alle auf verschiedene, untereinander inkompatible Formate setzen.

Dass es verschiedene Formate gibt, die untereinander nicht kompatibel sind, davon hatte ich gehört. Und dass man sein eBook bei Amazon und Apple veröffentlichen sollte, um (ein bisschen) erfolgreich zu sein, das leuchtete mir ein. “If you can make it there, you can make it everywhere” sang einst Frank Sinatra über New York. Und Apple und Amazon sind das New York der Buchbranche: groß, mächtig und eigensinnig.

Also beschloss ich für mich eine zweistufige Vorgehensweise, um der Komplexität den Schrecken zu nehmen. Erstens: Ich würde das eBook auf eigene Faust in meinem Format (PDF) in meinem eigenen Onlineshop  verkaufen. Zweitens: In Ruhe den Vertrieb über die großen Portale und Anbieter angehen.

Step 1: Selbstvertrieb über den eigenen Shop

Mit TinyPay.Me kann man leicht einen eigenen PayPal-Shop anlegen.

Mit TinyPay.Me kann man leicht einen eigenen PayPal-Shop anlegen.

Als kostenloses Onlineshop-Tool setzte ich auf das Start-Up TinyPay.Me, mit dem sich innerhalb weniger Minuten einfach und kostenlos ein PayPal-Shop eröffnen lässt. Leider hat das seine Haken: Die Gestaltungsmöglichkeiten sind sehr begrenzt und TinyPay.Me ist noch sehr “buggy”, also voller Fehler.

So war es mir trotz zahlreicher Versuche nicht möglich, meine PDF-Datei hoch zu laden. Hin und wieder gelang es mir, doch die Datei verschwand immer wieder auf mysteriöse Weise. Warum? Keine Ahnung. Das kostete mich nicht nur viele Nerven, sondern auch einige Euro, da Freunde für mich Testkäufe erledigten. Das Geld konnte ich zwar zurück überweisen, aber PayPal verlangt dafür trotzdem Transaktionskosten.

Zweites Problem: Kaum einer kennt TinyPay.Me, weswegen es von fast niemandem genutzt wird. Und das Vertrauen in diese unbekannte Plattform tendiert gegen Null.

Drittes Problem: Um die Menschen auf mein eBook bei TinyPay.Me aufmerksam zu machen, musste ich die Werbetrommel rühren, also PR und Marketing betreiben. Das erste Marketing-Tool war die eigens für das eBook eingerichtete Webseite. Dafür registrierte ich günstig die Domain www.iphonefotografiefuereinsteiger.de (ohne Webspace) und leitete sie auf die WordPress-Seite iphonefotografiefuereinsteiger.wordpress.com um.

Warum dieser Aufwand mit den zwei unterschiedlichen Domains? Bei WordPress.com kann man kostenlos Blogs- und Webseiten einrichten, deren URLs aber alle auf .wordpress.com enden. Da ich seit vielen Jahren Blogger bin und einige WordPress-Seiten betreibe (zum Beispiel meinen Fotoblog AUGENKLICK.wordpress.com und diesen Blog hier), kenne und liebe ich WordPress. Aber iphonefotografiefuereinsteiger.wordpress.com ist viel zu schwer zum Merken, also musste eine kürzere Domain her – eben http://www.iphonefotografiefuereinsteiger.de (die zugegebenermaßen immer noch ziemlich lang ist).

Mit meiner neu angelegten Webseite und einer Facebook-Fanseite sowie ein paar Tweeds gelang es mir, ein bisschen Traffic auf die Seite zu schaufeln. Aber das war zu wenig, um damit nennenswerte Verkäufe zu erzielen. Also musste mein zweiter Schritt, das Selfpublishing über Amazon, Apple & Co., doch schneller folgen als gedacht.

Step 2: Vertrieb über Amazon & Co.

Wie erwähnt, war mir das verwirrende Konglomerat aus Anbietern, Formaten, Verträgen und Anforderungen zu komplex. Das eBook sollte ein Experiment sein, das ich nebenher betreiben konnte. Für mehr hatte ich keine Zeit. Und auch nicht die Motivation.

Bei meiner Recherche zur eBook-Branche fiel immer wieder der Name eine Firma, die mir auch schon von Freunden empfohlen wurde: XinXii. Doch XinXii war mir anfangs nicht nur vollkommen unbekannt, sondern auch supekt – denn der Name klingt in keinster Weise nach Büchern oder eBooks. Aber so ist es nunmal in der New Economy: Hinter den kuriosesten Kreationen stecken oft die interessantesten Geschäftsideen!

Also beschäftigte ich mich genauer mit XinXii, meldete mich dort an und lud mein mittlerweile fertiges eBook hoch. Denn die gut gemachte und informative Webseite verspricht ein faires Modell: Nach dem Upload kümmert sich XinXii darum, dass das eBook bei vielen Onlineshops veröffentlicht wird. Dafür erhält XinXii ein paar Prozente von der Marge. Mehr nicht. Keine Anmeldegebühren, keine Sondergütungen, keine versteckten Kosten.

Zur Marge: Von den 70%, die man über Amazon erhält (wenn das eBook mehr als 1,99€ kostet), bleiben über XinXii 60% beim Autor hängen. XinXii behält also 10%. Und wenn das eBook über den XinXii-eigenen Store verkauft wird, kriegt man sogar 75%. Das klang für mich nach einem fairen Deal. Und um Welten besser als die 30%, die mir der anfangs genannte Online-Verlag anbot!

Was mir an XinXii auch gefällt: Ich behalte alle Rechte an meinem eBook. Ich habe somit auch die Freiheit, es in anderen Shops zu veröffentlichen. Was ich nun auch tat, denn ich hatte Blut geleckt!

To be continued…

Diese Themen folgen in den nächsten Teilen von “Ein Selbstversuch: So veröffentlicht man sein eigenes eBook”:
-    Die Veröffentlichung bei Amazon und der Einstieg in die Kindle-Charts
-    So kommt man bei iBooks, Pageplace, Weltbild & Co. rein
-    Stolperstein ISBN-Nummer
-    Das eBook als gedrucktes Buch (Book-on-Demand)
-    Die ersten Verkaufszahlen
-    PR und Marketing

>> Teil 2 von SO VERÖFFENTLICHT MAN SEIN EIGENES EBOOK

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6 Kommentare zu “SO VERÖFFENTLICHT MAN SEIN EIGENES EBOOK – TEIL 1

  1. Pingback: Sprung ins eBook-Publishing | [JK] MEDIA CONSULTING BY JÜRGEN KRODER - IHR SPEZIALIST FÜR GAMES, INTERNET & MEDIEN

  2. Pingback: Hintergrund: So wurde das eBook “geboren” « iPHONE FOTOGRAFIE FÜR EINSTEIGER

  3. Annika
    18. Dezember 2012

    Super toller Blogeintrag. Total informativ und Dein Buch hat mich nun erhlich gesagt auch neugierig gemacht. Ich fotografiere zwar eher selten mit meinem Handy, aber die Kameras von den Smartphones sind ja eigentlich heutzutage oft besser, als eine gewöhnliche Digitalkamera, also müsste ich wirklich mal auf meine Handykamera umsteigen.
    Was ich auch sehr interessant fand, ist Deine Gesichte über das Verlagen. Ich selbt stecke zur Zeit nämlich in so einer ähnlichen Situation. Ich möchte mein erstes Buch bzw. eBook veröffentlichen und bin dabei mir einen Plan zu schmieden. Ich wollte es allerdings zu allererst einmal bei Verlagen probieren, bevor ich mich an das Self-publishing mache. Ich weiß, es ist sehr schwer einen Verlag zu finden und dann müssen ja auch die Konditionen stimmen. Ich habe mal so ein bisschen recherchiert und bin auf so einige Verlage gestoßen. Einer der mir ganz gut gefallen hat, war der Frieling Verlag in Berlin. Ich finde die Seite macht einen netten und seriösen Eindruck. Du kennst den wahrscheinlich nicht zufällig und kannst mir Tipps geben? Hier ist die Seite http://www.frieling.de

    Über Tipps würde ich mich wirklich sehr freuen!

    Liebe Grüße
    Annika

  4. blackinmind
    18. Dezember 2012

    Hallo Annika,

    danke für das tolle Feedback! Freut mich, wenn dir mein Beitrag geholfen hat :)

    Ich kann verstehen, dass du einen Verlag suchst, um dir Aufwand zu ersparen. Aber ehrlich gesagt: Auch mit einem Verlag zu reden ist sehr zeitaufwändig. Immerhin musst du mit denen dein Manuskript durchgehen, Konditionen verhandeln, das Buch umschreiben etc.
    Beim eBook-Selbstvertrieb bleibst du der Herr bzw die Dame über dein Werk – und die kriegst deutlich mehr raus!

    Ich habe mittlerweile auch schon Angebote von Verlagen für mein Buch vorliegen – diese finde ich nicht so prickelnd, da bleibt bei dir fast nichts hängen. Klar, der Verlag hat auch Kosten und nimmt dir PR, Marketing & Co ab. Trotzdem ist die Marge hier extrem niedrig!

    Die Frage ist halt, was du willst? Soll dein Buch erstmals “nur” ein Versuchballon in die Welt der Autoren sein? Oder willst du damit unbedingt Erfolg haben bzw den Weg dazu ebnen? Wie viel Aufwand willst und kannst du reinstecken?

    Ich kann dir empfehlen, den Weg erstmals selbst zu gehen und ein bisschen zu experimentieren. Dazu kann ich – wie schon in meinem Post erwähnt – XinXii ans Herz legen. Die haben ein faires und transparentes Modell: http://www.xinxii.com/gd_cms.php?page=info2
    Und Nein: Ich bin von denen nicht gekauft oder so! Das ist meine ehrliche Überzeugung, dass ich XinXii bislang den besten Dienstleister für eBooks halte. Ob das so stimmt, kann ich erst in ein paar Monaten sagen, wenn mehr passiert ist. Auf jeden Fall fühle ich mich da als eBook-Neuling gut aufgehoben und kriege da auf meine Mail-Anfragen schnell Antworten.

    Damit das hier nicht zur Werbung verkommt: Schau dir auch mal epubli.de oder neobooks.com an – vielleicht sagen die dir ja eher zu?

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg und Spaß bei deinem Eintritt in die Autorenwelt.Und ich bin sehr gespannt, was du so noch alles erleben wirst! Halte mich bitte auf dem Laufenden!

    Ich werde hier demnächst wieder von meinen nächsten “Abenteuern” berichten.

    Gruß,
    Jürgen

  5. Pingback: SO VERÖFFENTLICHT MAN SEIN EIGENES EBOOK – TEIL 2 « GAMES, INTERNET & MULTIMEDIA

  6. Sam
    13. April 2013

    Zum Verkauf auf eigene Faust ist http://www.e-junkie.com/ auch sehr beliebt.

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